Skulpturenpark

Am malerischen östlichen Ufer des Klostersees in Lehnin bildet der kleine intime Park mit Skulpturen zeitgenössischer Künstler das Kernstück eines ungewöhnlichen Kunstraumes.

Im Park

CW Loth, O.T. (Eiche, Pigment, 1997)
Amador, L’homme fabricat (Bronze, 1998)
Franz Gutmann, Großes Ross (Bronze, 1999);     Wegkreuz II (Stahlrohr, Sandstein, 2005)
Hans-Joachim Dunkel, Große Stehende (Bronze, 2001)
Dietrich Schön, Akabakh (Eisenguss, 2001)
Thomas Reifferscheidt, Throne (Syenit, 2001); Tor (2002)
Robert Schad, EMFIM III (Vierkantstahl-massiv 3/4, 2003)
Tiina Laasonen, Wordhouse (Holz, 2004)
Karl Menzen, Transformation I (Stahl, 2005); Maze II, (Stahl, 2017); Transformation Kreuz; Blossom (Stahl, 2017);
Thomas Diermann, Seestück I (Eiche, 2005); Seestück II (Eiche, 2005); Chorus (Eiche, 2004)
Rundlauf (zweiteilig, Edelstahl, 2007); Bewegung-Absprung (Edelstahl, 1986)
Hubertus v. d. Goltz, Begegnung, 2008
Reinhard Haverkamp, Hand in Hand (Aluminium, Stahlseil, 2007); Wind-Zeichen II (Aluminium, 2011)
Robert Schmidt-Matt, Mühle (Findling, Granit, 2012)
Stefan Sprenker, O.T. (2012)
Stefan Bohnhoff, Galaxy (Stahl lackiert, 2014)
Friedemann Grießhaber, Kleinhans (Betonguss, Unikat, 2014)
Pomona Zipser, O.T. (Wandarbeit, z. Zt. Restaurierung, 2014)
Robert Schmidt-Matt, Falter (Sandstein, 2014)
Alessandra Rudoff, O.T. (Holz, 2016)
Kazys Venclovas, Silence (Esche, 2016)
Klaus Duschat, O.T. (Stahl, 2018); Boot (Stahl, 2017)
Sylvia Klara Breitweiser, History-Histeria-Histology (Sandsteine, 2 Teile, Torf)
Eckhart und Elias Haisch, Wurzelstadt (Partizipationsprojekt)

Im Wasser

Reinhard Haverkamp, Archäopterix (Wasserskulptur, 1991)
Elias Haisch, Wurzel im Quadrat (Holz, 2017)
Salah Saouli, Stern (Symposium 2018)

Der Skulpturenpark des Lehniner Instituts für Kunst und Kultur e.V.

Das freundlich dreinblickende wie in Größe und Gestalt überdimensionale Bronzepferd (Großes Ross, 1999) von Franz Gutmann begrüßt die Besucher*innen beim Eintritt in das weitläufige, zum Klostersee hin abfallende Gelände des Lehniner Institut für Kunst und Kultur e.V.

Der Skulpturenpark ist ein bedeutender Teil der Gesamtanlage, der über 50 Werke aus den 1980er Jahren bis in die Gegenwart vereint, die größtenteils als langfristige Leihgaben den Ort prägen. Ergänzt werden sie über das Jahr hinweg durch Objekte temporärer Ausstellungen.

Manche der Skulpturen fallen unmittelbar ins Auge, wie das von Salah Saouli Energiespender (2020), das durch seine zentrale Lage und leuchtende Farbe vor dem Grün des Rasens ins Auge sticht. Hunderte von korallenrot angestrichenen Zweigen hängen kreisförmig an durchsichtigen Schnüren an den Ästen eines Baumes, die im Wind zu schwingen beginnen. Andere Werke verschmelzen mit ihrer Umgebung. Sie müssen beim Durchstreifen der weitläufigen Anlage erst hinter Bäumen, Büschen und im Wasser entdeckt werden. Das besondere Zusammenspiel mit der Natur – wechselndes Wetter, Lichtverhältnisse und Jahreszeiten – sorgt für immer neue Begegnungen mit meist abstrakten, teils figürlichen Skulpturen. Sie zeichnen sich durch ihre unterschiedliche Materialität (Holz, Marmor, Beton, Stahl, Bronze…) Größe und Form aus und laden ein, nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu suchen und Fragen nach ihrem Entstehen, Statik und Gewicht zu stellen.

So bestimmt etwa das filigrane, meterhoch in den Himmel ragende Werk von Robert Schad EMFIM III (2003) aus Vierkantstahl wie eine Zeichnung im dreidimensionalen Raum die Vertikale. Die partizipative Arbeit von Eckard und Elias Haisch Wurzelstadt ist im ständigen Werden begriffen. Auf einer mächtigen Wurzel thronend wächst Stück für Stück aus Mörtel und roten Ziegeln eine verwinkelte Miniaturburg heran. Reinhard Haverkamp Archaeopteryx (1991) unweit des Ufers im Klostersee positioniert scheint über dem Wasser zu schweben. Wie eine Kette reihen sich wirbelsäulengleich die einzelnen, teils beweglichen quadratischen Metallelemente horizontal aneinander. Die strengen Linien und Winkel der Skulptur zeichnen in der Spiegelung des Wassers ein weicheres Bild. Zur Skulptur geworden ist auch die 1992 von der damaligen Sozialministerin Regine Hildebrandt gepflanzte Bergulme, die nur noch als blaumarkierter Torso vorhanden ist und an die Gründungsphase des Instituts erinnert.

Während man durch den Skulpturenpark spaziert, ziehen Wolkenhaufen vorbei, Reiher landen mit weitem Flügelschlag am Ufer, majestätisch kreuzen Schwäne über den See und lenken den Blick von der Kunst ab und sogleich wieder zu ihr hin, denn sie lauert hier überall. Kunst- und Naturerfahrung vereinigen sich hier zu einem wunderbar sinnlichen Erlebnis.

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